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Herzklappen­erkrankungen

Die Klappenvitien werden in angeborene und erworbene Herzklappenfehler unterteilt. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung der Menschen spielen diese in der Kardiologie eine immer größere Rolle, da Sie insbesondere mit zunehmendem Alter auftreten und zu einer Herzleistungsschwäche (chronic heart failure) führen.

Die Aortenstenose (Verengung) stellt dabei die häufigste Herzklappenerkrankung dar und wird insbes. durch eine degenerativ kalzifizierende Herzklappe im höheren Alter (70 – 80. Lj.) verursacht. Risikofaktoren für deren Entstehung sind Rauchen und hohes Cholesterin. Dies führt zu einer verminderten Öffnung der Herzklappe, welches sich durch Luftnot, Brustenge und Leistungsminderung äußern kann.

Die zweithäufigste Erkrankung der Herzklappen ist die Mitralinsuffizienz (Schlussunfähigkeit der Mitralklappe), welche als chronische Form durch eine Bindgewebsschwäche, Koronare Herzerkrankung und durch entzündliche Erkrankungen (rheumatisches Fieber) ausgelöst werden kann.

Mittels Farbdopplerechokardiographie können Herzklappenfehler heute rechtzeitig diagnostiziert werden. Die Methode ist heute international etabliert und der Goldstandard hinsichtlich der Verlaufs- und Schweregradbeurteilung.

Mitunter ist eine Operation unumgänglich, wobei mittlerweile 300.000 Menschen in Deutschland mit einer künstlichen Herzklappe leben. Zum Teil erfolgen die Eingriffe in Kombination mit einer Bypass-OP. In den letzten Jahren gab es auf dem Gebiet der Herzchirurgie große Fortschritte und die Risiken einer Operation sind deutlich gesunken, weshalb das Alter heute keine Einschränkung per se mehr darstellt.

Wichtig ist oft die damit verbundene lebenslange Gerinnungshemmung. Ein großer Fortschritt bei der Kontrolle des INR (früher Quick) stellt die Möglichkeit der Selbstmessung mit einem Tropfen Blut aus der Fingerbeere dar. Dies gewährleistet eine effektivere und flexible Kontrolle der Gerinnung und senkt das Risiko von Komplikationen.

Dr. med. Michael Leicht
Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie